Beim Neubau Sicherheitstechnik einplanen!

In Neubauten werden häufig bei Fenstern und Türen unsichere Standardbeschläge verbaut. Es gibt auch keinen Mindeststandard für Sicherheitstechnik in den Bauordnungen. Ebenfalls verlangen die Versicherungen in der Regel kaum sicherheitstechnische Vorkehrungen. In den meisten Policen heißt es lediglich, dass „der Profilzylinder nicht mehr als 3 mm überstehen darf und der Beschlag von Innen verschraubt sein muss„. Es ist jedoch wichtig, dass sämtliche Öffnungen eines Objektes solide gesichert werden. Dabei gilt der Grundsatz „Mechanik vor Elektronik, wobei natürlich ein Zusammenwirken aus beiden Welten optimale Sicherheit bietet. Dies gilt sowohl für private, als auch gewerbliche Objekte. Daher sollte ein Bauvorhaben auch in Bezug auf die Sicherheitstechnik gut geplant werden. Schon bei der Auswahl der Bauelemente wie Fenster, Türen und Tore sollte darauf geachtet werden, dass hier schon bauseits hochwertige, geprüfte Sicherheitskomponenten wie z.B. Pilzkopfverriegelungen, Schutzbeschläge, Profilzylinder, Mehrfachverriegelungen, Sicherheitsschließbleche, Türbänder und Bandseitensicherungen verbaut und z.B. Kellerschächte ebenfalls gesichert werden. Man sollte daher den Planer oder Architekten auf die Sicherheitstechnik ansprechen und sich von der Polizei und vom Sicherheitsfachgeschäft beraten lassen. Selbst wenn nicht sofort eine Einbruchmeldeanlage oder Videoüberwachung geplant ist, sollte man schon beim Bau die Verkabelung vorsehen oder Leerrohre legen lassen. Die Bauelemente lassen sich für den Anschluss an die Einbruchmeldenanlage schon werksseitig mit entsprechenden Kontakten vorrüsten. Dies spart bei einer späteren Nachrüstung Kosten.

Zertifizierte, verdrahtete Einbruchmeldeanlagen besitzen weniger Fehlerquellen als Funkalarmanlagen und man spart die Kosten für den Austausch der Batterien. Rauch- und Gaswarnmelder lassen sich ebenfalls in die Gefahren-bzw. Einbruchmeldezentrale mit einbinden. Wandtresore sind nicht nur günstiger in der Anschaffung, sondern auch an geeigneter Stelle unauffälliger zu platzieren und sicher im Mauerwerk zu verankern. Wird z.B. ein Zugang von der Garage in das Haus geplant, sollte man hier bei der erforderlichen Brandschutztür ebenfalls auf die oben genannten Sicherheitskomponenten achten, da diese i.d.R. dort nicht mehr nachgerüstet werden dürfen. Zum Einzug sollten die Schließzylinder gewechselt werden, da hier meistens nur einfache Bauzylinder zum Einsatz kommen und in der Bauphase oft mehrere Schlüssel im Umlauf sind oder dupliziert werden können. Der Sicherheitsfachhandel berät alternativ über mechatronische Zutrittskontrollsysteme, welche mit verschiedenen Identmedien oder biometrischen Zutrittsmethoden einfach bedient werden können und das Schlüsselverlustrisiko eliminieren. Da sie i.d.R. batteriebetrieben sind, lassen sich diese natürlich auch bei Bestandsbauten einfach nachrüsten.

Neubauten bieten auch eine günstige Gelegenheit die immer beliebter werdende Smart Home Technik gleich mit zu installieren und sowohl die Haustechnik, als auch die Sicherheitstechnik einfach und bequem via App zu steuern. Der Markt bietet hier eine Vielzahl an Angeboten. Doch hier ist Vorsicht geboten! Denn wenn man sein Haus gut gesichert hat, sollte man nicht eine neue, „virtuelle Öffnung“ für Kriminelle schaffen, welche dann von Außen die Komponenten manipulieren oder ausspähen können. Daher ist es wichtig, sich von Sicherheitsfachleuten beraten und die Technik auch von ihnen installieren zu lassen. Dies gilt natürlich auch für die mechanischen Sicherungen. Smart Home Produkte sind (bei Bestandsgebäuden) sogar förderfähig, sofern es sich um geprüfte Geräte handelt. Es gibt bereits eine Vornorm nach DIN VDE V 0826-1. Informationen hierüber und zum Smart Home Thema hält der Fachverband Interkey bereit. Im Link findet man auch die Info-Broschüre Landeskriminalamtes NRW (siehe Bild oben) zum Thema, welche zusammen mit VdS Schadenverhütung, der SmartHome Initiative Deutschland e.V. sowie dem Institut für Internet-Sicherheit – if(is) entwickelt wurde.

Seit 2015 gibt es die KfW-Förderung zum Einbruchschutz für Bestandsbauten. Außerdem fördern einzelner Länder und Kommunen diese Maßnahme. Das Deutsche Forum für Kriminalprävention (DfK) setzt sich seit Jahren für eine staatliche Förderung auch für Neubauten ein, welche bislang aber nicht umgesetzt wurde.

Die Polizei empfiehlt, bei Neu- und Umbauten den Einbau geprüfter und zertifizierter einbruchhemmender Türen und Fenster nach DIN EN 1627 ff. ab der Widerstandsklasse (Resistance Class) RC 2.

Eine Übersicht, welche Einbruchschutzklasse persönlich sinnvoll ist, bietet das Risik-O-meter von VdS-Home, bei dem man einfach seine persönlichen Kriterien in Bezug auf den Einbruchschutz eingeben kann. Das Tool gibt dann eine entsprechende Empfehlung aus.

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