Dunkel draußen? Sicherheitstechnik schützt!

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– Denken Sie dran: am 25. Oktober 2020 ist Tag des Einbruchschutzes –

Während man die Urlaubszeit nicht mehr als klassische Einbruchszeit bezeichnen kann, da die Menschen das ganze Jahr über verreisen, so verhält es sich ab Herbst bei der dunklen Jahreszeit anders. So ist laut Kölner Studie die dunkle Jahreszeit von November bis März die Haupteinbruchszeit. Doch Sicherheitstechnik bringt Licht ins Dunkel!

Die am 24.03.2020 veröffentlichte bundesweite Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) verzeichnet für 2019 im dritten Jahr in Folge einen Rückgang beim Wohnungseinbruch. Dies kann durchaus auf Verbesserungen von Präventionsmaßnahmen im privaten Bereich zurückgeführt werden. Beim Einbruchschutz sollte jetzt also nicht nachgelassen werden! Seit Jahren sinkende Einbruchzahlen sind der Verdienst effektiver Sicherheitstechnik.

Trotz des Rückgangs blieb die Entschädigungsleistung der Versicherer mit rund 300 Millionen Euro auf dem Niveau von 2018. Die durchschnittliche Schadenhöhe kletterte im vergangenen Jahr um 350 Euro (+12 Prozent) auf 3.200 Euro. Der Schadendurchschnitt liegt damit so hoch wie nie zuvor, so die Einbruchsbilanz 2019 des GDV, dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. 

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie einzelne Bundesländer und Kommunen fördern private Investitionen für Einbruchschutz im Bereich der Bestandsbauten. Die KfW hat eine Evaluationsstudie ihres Förderprogramms „Altersgerecht Umbauen (Barrierereduzierung – Einbruchschutz)“ in Auftrag gegeben, welche insgesamt eine positive Bilanz in Bezug auf Förderungen zieht. In der Studie wird aber auch nachfolgender Tatbestand zitiert: Der Wohnungsbestand in Deutschland ist insgesamt nur schlecht gegen Einbrüche geschützt. Schätzungsweise verfügt nur ca. ein Viertel, d. h. 9 von 37 Millionen Wohnungen, über eine ausreichend sichere baulich-technische Ausstattung.“

KEINBRUCH, eine Initiative Ihrer Polizei und der Wirtschaft organisiert seit 2012 jedes Jahr zur Zeitumstellung auf die Winterzeit den Tag des Einbruchschutzes. Mit dem Slogan „eine Stunde mehr Zeit für mehr Sicherheit“ sollen die Bürger symbolisch dazu aufgerufen werden, sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen. Viele Partner aus der Sicherheitsbranche unterstützen diese Aktion mit zahlreichen bundesweiten Aktionen rund um diesen Tag. In den Links finden sich viele weitere Organisationen, welche über Sicherheitstechnik informieren.

Statistisch gesehen wird immer noch ca. alle 6 Minuten eingebrochenDoch Sicherheitstechnik wirkt! Schon einfache technische Maßnahmen können das Einbruchsrisiko erheblich reduzieren.

Daher sollte man nachfolgende Tipps der Polizei beachten:*

  • Tür immer ab abschließen
  • Fenster, Balkon- und Terrassentüren immer verschließen
  • Gekippte Fenster sind offene Fenster!
  • Schlüssel niemals draußen verstecken
  • Bei Schlüsselverlust, Schließzylinder auswechseln
  • Fenster, Türen, Kellerschächte d. Sicherheitsbeschläge u. -schlösser sichern
  • Auf Fremde im Haus oder auf dem Nachbargrundstück achten
  • Keine Hinweise auf Abwesenheit geben
  • Weitere Infos unter: www.k-einbruch.de oder www.polizei-beratung.de 

Tipp: Von einer Kripo-Beratungsstelle in der Nähe zum Einbruchschutz beraten lassen.

*Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Örtliche seriöse und qualifizierte Sicherheitsfachgeschäfte beraten kompetent rund um das Thema Einbruchschutz. Weitere Infos gibt es auch in den Tipps.

Beim Neubau Sicherheitstechnik einplanen!

In Neubauten werden häufig bei Fenstern und Türen unsichere Standardbeschläge verbaut. Es gibt auch keinen Mindeststandard für Sicherheitstechnik in den Bauordnungen. Ebenfalls verlangen die Versicherungen in der Regel kaum sicherheitstechnische Vorkehrungen. In den meisten Policen heißt es lediglich, dass „der Profilzylinder nicht mehr als 3 mm überstehen darf und der Beschlag von Innen verschraubt sein muss„. Es ist jedoch wichtig, dass sämtliche Öffnungen eines Objektes solide gesichert werden. Dabei gilt der Grundsatz „Mechanik vor Elektronik, wobei natürlich ein Zusammenwirken aus beiden Welten optimale Sicherheit bietet. Dies gilt sowohl für private, als auch gewerbliche Objekte. Daher sollte ein Bauvorhaben auch in Bezug auf die Sicherheitstechnik gut geplant werden. Schon bei der Auswahl der Bauelemente wie Fenster, Türen und Tore sollte darauf geachtet werden, dass hier schon bauseits hochwertige, geprüfte Sicherheitskomponenten wie z.B. Pilzkopfverriegelungen, Schutzbeschläge, Profilzylinder, Mehrfachverriegelungen, Sicherheitsschließbleche, Türbänder und Bandseitensicherungen verbaut und z.B. Kellerschächte ebenfalls gesichert werden. Man sollte daher den Planer oder Architekten auf die Sicherheitstechnik ansprechen und sich von der Polizei und vom Sicherheitsfachgeschäft beraten lassen. Selbst wenn nicht sofort eine Einbruchmeldeanlage oder Videoüberwachung geplant ist, sollte man schon beim Bau die Verkabelung vorsehen oder Leerrohre legen lassen. Die Bauelemente lassen sich für den Anschluss an die Einbruchmeldenanlage schon werksseitig mit entsprechenden Kontakten vorrüsten. Dies spart bei einer späteren Nachrüstung Kosten.

Zertifizierte, verdrahtete Einbruchmeldeanlagen besitzen weniger Fehlerquellen als Funkalarmanlagen und man spart die Kosten für den Austausch der Batterien. Rauch- und Gaswarnmelder lassen sich ebenfalls in die Gefahren-bzw. Einbruchmeldezentrale mit einbinden. Wandtresore sind nicht nur günstiger in der Anschaffung, sondern auch an geeigneter Stelle unauffälliger zu platzieren und sicher im Mauerwerk zu verankern. Wird z.B. ein Zugang von der Garage in das Haus geplant, sollte man hier bei der erforderlichen Brandschutztür ebenfalls auf die oben genannten Sicherheitskomponenten achten, da diese i.d.R. dort nicht mehr nachgerüstet werden dürfen. Zum Einzug sollten die Schließzylinder gewechselt werden, da hier meistens nur einfache Bauzylinder zum Einsatz kommen und in der Bauphase oft mehrere Schlüssel im Umlauf sind oder dupliziert werden können. Der Sicherheitsfachhandel berät alternativ über mechatronische Zutrittskontrollsysteme, welche mit verschiedenen Identmedien oder biometrischen Zutrittsmethoden einfach bedient werden können und das Schlüsselverlustrisiko eliminieren. Da sie i.d.R. batteriebetrieben sind, lassen sich diese natürlich auch bei Bestandsbauten einfach nachrüsten.

Neubauten bieten auch eine günstige Gelegenheit die immer beliebter werdende Smart Home Technik gleich mit zu installieren und sowohl die Haustechnik, als auch die Sicherheitstechnik einfach und bequem via App zu steuern. Der Markt bietet hier eine Vielzahl an Angeboten. Doch hier ist Vorsicht geboten! Denn wenn man sein Haus gut gesichert hat, sollte man nicht eine neue, „virtuelle Öffnung“ für Kriminelle schaffen, welche dann von Außen die Komponenten manipulieren oder ausspähen können. Daher ist es wichtig, sich von Sicherheitsfachleuten beraten und die Technik auch von ihnen installieren zu lassen. Dies gilt natürlich auch für die mechanischen Sicherungen. Smart Home Produkte sind (bei Bestandsgebäuden) sogar förderfähig, sofern es sich um geprüfte Geräte handelt. Es gibt bereits eine Vornorm nach DIN VDE V 0826-1. Informationen hierüber und zum Smart Home Thema hält der Fachverband Interkey bereit. Im Link findet man auch die Info-Broschüre Landeskriminalamtes NRW (siehe Bild oben) zum Thema, welche zusammen mit VdS Schadenverhütung, der SmartHome Initiative Deutschland e.V. sowie dem Institut für Internet-Sicherheit – if(is) entwickelt wurde.

Seit 2015 gibt es die KfW-Förderung zum Einbruchschutz für Bestandsbauten. Außerdem fördern einzelner Länder und Kommunen diese Maßnahme. Das Deutsche Forum für Kriminalprävention (DfK) setzt sich seit Jahren für eine staatliche Förderung auch für Neubauten ein, welche bislang aber nicht umgesetzt wurde.

Die Polizei empfiehlt, bei Neu- und Umbauten den Einbau geprüfter und zertifizierter einbruchhemmender Türen und Fenster nach DIN EN 1627 ff. ab der Widerstandsklasse (Resistance Class) RC 2.

Eine Übersicht, welche Einbruchschutzklasse persönlich sinnvoll ist, bietet das Risik-O-meter von VdS-Home, bei dem man einfach seine persönlichen Kriterien in Bezug auf den Einbruchschutz eingeben kann. Das Tool gibt dann eine entsprechende Empfehlung aus.

„Feel safe“ mit einem Safe!

Keine Sicherung ist so gut, dass sie nicht überwunden werden kann. Es ist immer eine Frage der Zeit und des Aufwandes der betrieben wird. In der Regel werden Einbruchversuche innerhalb weniger Minuten abgebrochen, wenn geeignete einbruchshemmende Maßnahmen standhalten. Falls es dem Täter aber trotzdem gelingt einzudringen, hat er oft problemlosen Zugriff auf alle Wertsachen. Wenn im Haushalt höhere Werte an Bargeld oder Schmuck oder wichtige Dokumente, z.B. Versicherungspolicen, Fahrzeugbriefe vorhanden sind, bietet sich zusätzlich die Nutzung eines Tresors (auch Safe, Wertschutzschrank oder Wertbehältnis genannt) an, um einen zusätzlichen Schutz gegen Diebstahl zu schaffen. Außerdem gilt es, wichtige Unterlagen vor Brand- und Löschwasserschäden zu schützen. Dies ist natürlich auch für den gewerblichen Bereich relevant, wo neben dem Einbruchschutz auch das Thema Datenschutz eine wichtige Rolle spielt. Schusswaffen und Munition müssen nach dem Waffengesetz besonders aufgewahrt werden. Optimal ist, wenn der Tresor zusätzlich noch von einer Einbruchmeldeanlage überwacht wird. Natürlich sind nur zertifizierte Produkte zu empfehlen, denn ungeprüfte Billigtresore bieten kaum Widerstand. Außerdem kommt es auf die Befestigungstechnik an, damit nicht gleich der ganze Wertschutzschrank entwendet wird. Praktisch zu bedienen sind Tresore mit Zahlenkombination, bei denen gleichzeitig das Schlüsselverlustrisiko eliminiert wird. Sogenannte Wandtresore, welche im Mauerwerk verankert werden, bieten je nach Anwendungsgebiet Vorteile. Je nach der Höhe der versicherten Wertgegenstände können die Versicherer eine bestimmte Sicherheitsstufe bei den Tresoren verlangen. Eine Übersicht zu den Sicherheitsstufen sowie Informationen zu der Aufbewahrung von Schusswaffen und den Güteklassen des Brandschutzes hält der Fachverband interkey bereit. Dort gibt es auch eine Infobroschüre vom Prüfinstitut VdS zum Thema. Am besten lässt man sich von einer kriminalpolizeilichen Beratungsstelle und in einem Sicherheitsfachgeschäft beraten und den Tresor vom Fachunternehmen fachgerecht installieren. Jeder sollte sich zudem eine Wertgegenstandsliste anlegen und an einem sicheren Ort verwahren oder speichern. Eine gute Vorlage gibt es bei der Initiative Nicht-bei-mir.

Kleine Historie der Sicherheitstechnik

Vom Fallriegel zum Mikrochip

Sicherheit zählte schon immer zu den Grundbedürfnissen der Menschheit. Die ersten Schlösser und Schlüssel gab es bereits vor über 4.000 Jahren. Trotz Einzug der Elektronik ist bemerkenswert, dass die heutigen Profilzylinder, welche auf dem Rundzylinder, einem Patent des Amerikaners Linus Yale aus dem Jahre 1865 basieren, ein ganz ähnliches Funktionsprinzip zum Jahrtausende alten Fallenriegelschloss aufweisen.

Sicherheitstechnik heute

Seit vielen Jahren gibt es den Trend, dass die mechanische, mechatronische und elektronische Sicherheitstechnik mit der IT zusammenwachsen. In diesem Sinne können ganzheitliche Sicherheitslösungen für private und gewerbliche Objekte geschaffen werden, welche bequem vom PC, Tablet oder Handy via App zu steuern sind.

Museen und Ausstellungen

Für die Geschichte der Sicherheitstechnik sei das Deutsche Schloss- und Beschlägemuseum in Velbert sehr empfohlen, welches derzeit neu gebaut wird und im nächsten Jahr wieder eröffnet. Eine Vorschau gibt es auf der Homepage des Museums.

Die Geschichte der Schlösser ist ein faszinierendes Thema – praktisch jeder auf unserem Planeten hat heutzutage einen Schlüssel in der Tasche. Das Bedürfnis seinen Besitz zu schützen kann man schon zu Zeiten der Jäger und Sammler auf dem Weg zur Entwicklung zu niedergelassenen Gemeinden zurückführen. Hier finden Sie einen Bericht von Brian Morland, Verwalter der Heritage Collection of locks and keys welche im Museum des Fachverband MLA, der englischen Master Locksmith Association in Rugby zu besichtigen ist.

Das Museo della Chiave Bianchi 1770 im Sitz der Firma Keyline beherbergt die größte Schlüsselsammlung Europas und erzählt die Geschichte der langlebigsten Familiendynastie der Welt, die seit 1770 Schlüssel fertigt. Die Ausstellung ist eine echte Schatzkammer und zeigt fast zweitausend Ausstellungsstücke, darunter Schlüssel, Schlösser, Schließsysteme und Schlüsselkopiermaschinen aus der ganzen Welt und aus unterschiedlichen Epochen.

Tipps zur Schlossöffnung

Sein Haus oder seine Wohnung gut gesichert zu haben, ist ein beruhigendes Gefühl. Doch kann es vorkommen, dass man sich selbst aussperrt oder die Schlosstechnik mal versagt. Oft passiert das zu ungünstigsten Zeiten und Situationen. Aber gerade dann gilt es vor allem Ruhe zu bewahren. Denn leider gibt es am Markt viele unseriöse Anbieter die genau diese Notlage ausnutzen. Das ist möglich, da es kein geschütztes Berufsbild für die Schlüsseldienste mehr gibt und nahezu jeder im Gewerbe tätig werden kann. Es empfiehlt sich daher, schon vorbeugend einige Maßnahmen zu treffen, um für den „Fall der Fälle“ vorbereitet zu sein, bzw. es erst gar nicht soweit kommen zu lassen. Der Fachverband interkey hat die „Initiative Fairer Schlüssel-Notdienst“ gegründet, welche sich für Verbraucherschutz, fairen Wettbewerb und Berufsqualifizierung einsetzt. Dort findet man zahlreiche Tipps rund um das Thema Schlossöffnungen wie z.B.

  • Ersatzschlüssel bei Vertrauenspersonen deponieren
  • Rufnummer eines seriösen örtlichen Schlüsseldienstes im Handy speichern
  • Profilzylinder mit sog. „Not- und Gefahrenfunktion“ oder Drehknauf montieren lassen, damit kein Schlüssel von innen das Aufsperren von außen verhindern kann

Die Verbraucherzentralen haben in einem bundesweiten Marktcheck die Preise von seriösen Schlüsseldiensten erhoben. Denn unseriöse Dienste werben häufig mit günstigen Preisen ab 9 Euro, verlangen vor Ort dann aber drei- bis vierstellige Beträge. Mit Hilfe des Marktchecks können sich Verbraucher nun ein besseres Bild davon machen, welche Preise in ihrem Bundesland angemessen sind. Diese sollten tagsüber nicht mehr als 100 € für eine normale Schlossöffnung betragen.

Der Bundesgerichtshof stellte vor kurzem klar: „Bereits das Ausgesperrtsein aus der eigenen Wohnung begründet regelmäßig eine Zwangslage im Sinne dieser Vorschrift (Straftatbestands des Wuchers nach § 291 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 StGB), ohne dass weitere besonders bedrängende Umstände hinzutreten müssten“  (AZ 2 StR 100/20). Dieses Grundsatzurteil dürfte für zukünftige Rechtssprechungen in der Branche erhebliche Auswirkungen haben, zumal die Gerichte den Tatbestand des Wuchers bisher oft nicht durchgehen ließen, da Schlossöffnungen in den meisten Fällen nicht als Zwangslage angesehen wurde. Dies wurde nun vom BGH mit ausführlicher Erläuterung verworfen.

Staatliche Förderung für den Einbruchschutz

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie einzelne Bundesländer und Kommunen fördern seit 2015 private Investitionen für Einbruchschutz im Bereich der Bestandsbauten. Das Deutsche Forum für Kriminalprävention (DFK) bemüht sich aber auch um die Erweiterung der Förderung sowie Mindeststandards beim Einbruchschutz für Neubauten.

Wichtig ist, dass die Maßnahmen nicht vor Bewilligung begonnen wurden. Der Fachverband interkey hält ein zusammenfassendes Infoblatt zur KfW-Förderung bereit. Eine Übersicht über die regionalen Förderungen bietet K-Einbruch.de. Kompetente Sicherheitsfachgeschäfte sind bei der Antragstellung behilflich.

Die KfW hat eine Evaluationsstudie ihres Förderprogramms „Altersgerecht Umbauen (Barrierereduzierung – Einbruchschutz)“ in Auftrag gegeben, welche insgesamt eine positive Bilanz in Bezug auf Förderungen zieht. In der Studie wird aber auch nachfolgender Tatbestand zitiert:

Der Wohnungsbestand in Deutschland ist insgesamt nur schlecht gegen Einbrüche geschützt. Schätzungsweise verfügt nur ca. ein Viertel, d. h. 9 von 37 Millionen Wohnungen, über eine ausreichend sichere baulich-technische Ausstattung.“

Tipp: Von einer Kripo-Beratungsstelle in der Nähe zum Einbruchschutz beraten lassen.

Sicherheit bei Anwesenheit

Gerade in der jetzigen Zeit von angeordnetem „Social-distancing“ und „Homeoffice“ kommt dem Anwesenheitsschutz in den eigenen vier Wänden eine noch höhere Bedeutung zu.

Um ungebetene Gäste auch bei Anwesenheit erst gar nicht erst in Haus zu lassen, gibt es bei der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir“ zahlreiche Tipps vom Türspion über Sperrbügelschlösser bis hin zu Videosprechanlagen und Zutrittskontrollen.

Im mechanischen Bereich sind einfache Türketten nicht zu empfehlen, da diese nicht genügend Stabilität aufweisen. Empfehlenswert sind Mehrfachverriegelungsschlösser, Querriegel oder Kastenschlösser mit integriertem Sperrbügel. Alternativ gibt es auch in den Boden versenkbare Türstopper. Alle diese Produkte verhindern, dass die Tür zunächst mehr als einen Spalt geöffnet werden können. Wichtig ist, dass es im Notfall noch eine Öffnungsmöglichkeit der Schlösser von Außen gibt, oder einen anderen Eingang über den berechtigte Personen ins Haus gelangen können, wenn Anwesende mal nicht in der Lage sind, selbst zu öffnen. Gerade in der wärmeren Saison möchte man verstärkt lüften. Dafür gibt es z.B. spezielle Fensterbeschläge, welche ein leichtes Lüften ermöglichen und trotzdem Einbruchschutz bieten. Außerdem gibt es Nachrüst-Fensterschlösser und -Griffe mit Sperrbügelfunktion.

Wichtig bleibt aber, Fenster und Türen auch bei kurzer Abwesenheit immer zu verschließen!

Beim den elektronischen Sicherungen können Einbruchmeldeanlagen so konzipiert werden, dass sie auch bei Anwesenheit intern scharf geschaltet werden und so z.B. die Außenhaut der Türen und Fenster oder bestimmte Bereiche überwachen. Dabei kann man Fenster so überwachen, dass sie in Kippstellung keinen Alarm auslösen, sondern nur bei kompletter Öffnung. Ferner gibt es Nottaster, welche bei Überfall den Alarm auslösen und über eine Wachdienstzentrale Hilfe herbeiholen. Videokameras oder Sprechanlagen lassen sich zudem bequem vom Smartphone aus überwachen. Türspione gibt es heutzutage auch in digitaler Ausführung.

Lassen Sie sich von der Polizei und von einem Sicherheitsfachgeschäft beraten!

Professionelle Sicherheitstechnik wirkt!

Die am 24.03.2020 veröffentlichte bundesweite Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) verzeichnet für 2019 im dritten Jahr in Folge einen Rückgang beim Wohnungseinbruch. Dies kann durchaus auf Verbesserungen von Präventionsmaßnahmen im privaten Bereich zurückgeführt werden. Beim Einbruchschutz sollte jetzt also nicht nachgelassen werden! Seit Jahren sinkende Einbruchzahlen sind der Verdienst effektiver Sicherheitstechnik. Dennoch wird statistisch gesehen im Wohnungsbereich ca. alle 6 Minuten eingebrochen. Schon einfache technische Maßnahmen können das Einbruchsrisiko erheblich reduzieren. Weitere Infos bei K-einbruch oder in den Tipps

Trotz des Rückgangs blieb die Entschädigungsleistung der Versicherer mit rund 300 Millionen Euro auf dem Niveau von 2018. Die durchschnittliche Schadenhöhe kletterte im vergangenen Jahr um 350 Euro (+12 Prozent) auf 3.200 Euro. Der Schadendurchschnitt liegt damit so hoch wie nie zuvor, so die Einbruchsbilanz 2019 des GDV, dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V.

Mobile Sicherheit

Einbruch- und Diebstahlschutz wird oft nur mit Immobilien in Verbindung gebracht, aber statistisch gesehen wird etwa jede halbe Stunde in Deutschland auch ein Auto entwendet. Die PKW Diebstahlzahlen sind zwar einerseits stark gesunken, aber andererseits ist der wirtschaftliche Schaden der Betroffen weiter gestiegen.

Autodiebe haben 2018 15.037 kaskoversicherte Autos gestohlen. Das waren 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Pkw-Diebstähle sank damit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Mitte der 90er-Jahre hatten die Versicherer noch rund 100.000 Diebstähle pro Jahr registriert. Weiter gestiegen ist hingegen der wirtschaftliche Schaden für die Bestohlenen: Nach dem am 17.10.2019 veröffentlichten Kfz-Diebstahlreport des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zahlten die Versicherer für jeden Diebstahl im Durchschnitt mehr als 19.800 Euro (plus sieben Prozent). Insgesamt verursachten Autodiebe im Jahr 2018 Schäden von 298 Millionen Euro.

Das Problem ist ja nicht nur die Frage des kompletten Fahrzeugdiebstahls, sondern auch, dass der Fahrzeuginhalt, wie z.B. Wertgegenstände wie Handy, Laptop usw. meistens nicht mitversichert sind oder manchmal auch unersetzliche Erinnerungsstücke abhanden kommen. Während die Fahrerassistenzsysteme immer besser werden und die Fahrsicherheit erhöhen, lässt der Einbruchschutz zu wünschen übrig. Daher lohnen sich zusätzliche mechanische und elektronische Fahrzeugsicherungen.

Seit 1998 müssen PKW neben mechanischen Schlössern auch über eine sogenannte „elektronische Wegfahrsperre“ verfügen. Dies ergibt sich aus § 38a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Mittlerweile gibt es drei Generationen der Wegfahrsperre. Eine gute Übersicht über die Funktionen bietet z.B. die Allianz Direct. Das Problem ist aber, dass auch Diebe über entsprechende technische Einrichtungen zum Kopieren von Fahrzeugschlüsseln und Funksignalen verfügen. Tipps zum Schutz vor Autodieben gibt es bei der Polizei. Ebenfalls für das sogenannte „Keyless-Go“ System, dessen Überlistung durch Verlängerung der Funkstrecke des Schlüssels derzeit mal wieder in den Medien diskutiert wird. Zusätzlich gibt es einige mechanische Zusatzsicherungen wie z.B. Gangschaltungs-, Lenksäulen- und Pedalsperren, Parkkrallen sowie elektronische Sicherungen in Form von Alarmanlagen oder GPS-Ortungssystemen verschiedener Hersteller.

Sicherheit bei Wohnmobilen

Die Sicherheit bei Wohnmobilen bringt eine Besonderheit mit sich, da diese Fahren, Wohnen und manchmal auch Arbeiten vereinen und daher auch den Schutz der Nutzer bei Anwesenheit bieten sollten. Hierzu habe ich die CMT 2020, die Camping- und Freizeitmesse in Stuttgart und dort einige Aussteller, die sich mit Einbruchs- und Diebstahlsicherungen von Wohnmobilen beschäftigen, besucht.

Die beste CMT aller ZeitenRund 300.000 Besucher, 2161 Aussteller, hervorragende Noten: Stuttgarter Urlaubsmesse bricht in neue Dimensionen auf 

Die CMT hat ihren Status als weltweit größte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit eindrucksvoll untermauert: „Wir freuen uns über rund 300.000 Besucher, die binnen neun Tagen unser Messegelände und die insgesamt 2161 Aussteller besucht haben. Ein absoluter Rekord!“, sagte Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, zum Abschluss der CMT 2020. Quelle: Schlussbericht CMT 2020 Messe Stuttgart

Sicherheit für Campingfenster

Das Team von WOMO-Sicherheit auf der CMT 2020 in Stuttgart

Leider ist es bei Wohnmobilen in Bezug auf Fenster und Türen wie bei den Immobilien – meistens werden nur Standardbeschläge und -Schlösser verbaut. Diese lassen sich schnell überwinden. Diese Erfahrung hat auch Dietmar Hentschel gemacht. Er ist selbst Camper und wurde bei einem Urlaub in Frankreich Opfer eines Einbruchs in sein Wohnmobil. Nach dem dadurch bedingten Abbruch seines Urlaubs versprach er seiner Frau entsprechende Sicherungen anzubringen. Doch weit gefehlt … es gab nichts am Markt. So beschloss der Diplom Ingenieur selbst tätig zu werden und ließ aus Edelstahl Sicherungen für die Fenster seines Wohnmobiles anfertigen. Diese kamen auf den Campingplätzen bei anderen Campern so gut an, dass sie ihn fragten, „wo man die denn kaufen könne …“ So kam er auf die Idee die Firma WOMO-SICHERHEIT zu gründen. Heute hat das Unternehmen eine Lösung für jedes Fenster oder Dachluke eines Wohnmobiles parat. So sind inzwischen über 100 Produkte entstanden. Die Besonderheit: Die Sicherungselemente lassen sich einfach ohne bohren und schrauben anbringen.

In diesem Video gibt es einen Überblick über das Sortiment von WOMO-SICHERHEIT:

Dieses Video zeigt einen Einbruchversuch live auf der CMT 2020 in Stuttgart:

Safes & more

Roger Seißler, Geschäftsführer der Firma Mobil-Safe auf der CMT 2020 in Stuttgart

Die Firma Mobil-Safe aus dem norddeutschen Wanna bei Cuxhaven stellt in eigener Herstellung Kleintresore sowie Zubehör für Wohnmobile her. Dies ermöglicht somit auch Sonderanfertigungen. Die Safes werden aus 3 mm SM-Stahl (Siemens-Martins-Stahl) gefertigt und ist mit einem schlag- und kratzfestem Strukturlack lackiert. Die Tür wird aus 5 mm SM-Stahl hergestellt und mit einem Doppelbart-Sicherheitsschloss mit 7 Zuhaltungen des deutschen Schloßherstellers Steinbach & Vollmann (STUV) ausgerüstet. Elektronische Schlösser werden aufgrund der hohen Vibrationen im Fahrbetrieb nicht verwendet. Die Tresortür ist nach dem Entriegeln komplett herausnehmbar. Eine Mangan-gehärtete Schlossplatte erschwert das Aufbohren. Durch die 3 cm innenliegende Tür ist der Mobil-Safe zusätzlich gegen das Aufhebeln geschützt. Außerdem ist die Tür mit einem 15 mm Hintergriffwinkel auf der gesamten Breite gesichert. Beim Einbau in ein Wohnmobil werden die Safes fest mit dem Fahrzeugboden verschraubt. Außerdem ist eine Befestigung mit Blindnietmuttern oder alternativ mit Dekalin Kraftklebstoff möglich. Die Safes gibt es in verschiedenen Größen und für weit verbreitete Fahrzeugträger von Citroen, Fiat, Mercedes Peugeot, Renault oder VW bereits passend z.B. für Türablagen oder Sitzsockel.

Stechschutzplatte für Kastenwagen von Fiat, Citroen und Peugeot

Eine häufige Einbruchsmethode ist das Durchstechen an der Dichtung der Griffschale der Türschlösser mittels Schraubendreher, welcher dann durch Erreichen des Gestänges einfach die Schließfunktion der Tür ausführen kann. Hierzu bietet das Unternehmen Mobil-Safe eine exklusive Lösung mittels der Stechschutzplatte für sämtliche Türen gängiger Transporter an, welche ohne Verschraubung unterhalb der Griffschale angebracht wird, da sie die vorhandenen Befestigungspunkte nutzt. In Kooperation mit der Firma HEOSolution bietet das Unternehmen zudem zahlreiche weitere Kastenschlösser zur Sicherung der Türen von Wohnmobilen an.

GPS-Ortung

Sven Ebinger, Managing Director der Firma ebi-tec GmbH auf der CMT 2020 in Stuttgart

Das Unternehmen ebi-tec GmbH aus Weissach im Tal in Süddeutschland beschäftigt sich mit permanenter Fahrzeugortung sowie GPS-Alarmanlagen in Form von Einbruchmeldung und Fahrzeugortung per SMS. Die neueste Generation des Alarm- und Ortungssystems „GPS 4.0 Edition Car Protect“ hat auch eine Schutzfunktion gegen sogenannte „Jammer“. Beim „Jamming“ versuchen Diebe mit speziellen Störsendern die Kommunikation der Alarmanlage mit Satelliten und Telefonnetz zu stören, damit diese nicht auslösen kann. Das GPS Alarm-System detektiert diese und setzt mit Hilfe verschiedener Frequenzen in geschickter Taktik dennoch Alarmmeldungen ab. Die „Inkognito Standby-Funktion“ verhindert, dass das System erspäht werden kann. So bekommt der Täter den stillen Alarm gar nicht mit. Gesendet werden u.a. Informationen über den Standort über den Link zu Google Maps oder Cellidfinder.com bei schlechtem Empfang und der Grund für die ausgelöste Alarm SMS. Die externe Spannungsversorgung beträgt 6,8 – 32 V (DC). Die kleinen flachen Geräte sind für den Einbau in Kraftfahrzeuge zugelassen und verfügen über einen internen Notstrom-Akku. Das System wird von der Polizei empfohlen und einige Versicherungen gewähren Rabatte bei der Verwendung.

Elektronische Sicherungen

Die Thitronik GmbH ist ein inhabergeführtes Unternehmen mit Sitz in Eckernförde. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung und Produktion von elektronischen Sicherheitslösungen für Reisemobile, Wohnwagen, Nutzfahrzeuge und Yachten spezialisiert. Zum Sortiment zählen Alarmanlagen, Gaswarner, Ortungssysteme und weiteres Zubehör. Das Alarmsystem „WiPro III safe.lock“ beseitigt die fahrzeugseitige Sicherheitslücke, die durch uncodierte Fahrzeugschlüssel verursacht wird. Betroffen sind Reisemobile und Nutzfahrzeuge der Fabrikate Fiat Ducato, Citroen Jumper, Peugeot Boxer und Iveco Daily der Baujahre 2006 bis 2018. Das Funkalarmsystem „WiPro III safe.lock“ arbeitet auf der Frequenz 868 MHZ und nutzt keine Bewegungsmelder, sondern an die Fensterrahmen angepasste Funk-Magnetkontakte. Dadurch wird die Fahrzeug-Außenhaut gesichert und die Alarmanlage kann auch bei Anwesenheit aktiviert werden. Zusammen mit dem System „Pro-finder“ wird der Kunde im Alarmfall informiert und kann das Fahrzeug orten und sogar stilllegen. Die Funkalarmanlage ist Modular aufgebaut und weitere Komponenten können über das „easy add System“ eingebunden werden. Über die Thitronik App lassen sich alle Funktionen des Systems bedienen sowie das Fahrzeug öffnen und schließen, orten und weitere Features wie z.B. eine Lüftung ansteuern. Gaswarner für verschiedene Gase sind ebenso integrierbar wie Funk-Kabelschleifen mit der auch Wertsachen wie z.B. Anhänger, Campingmöbel, Zweiräder, Satellitenanlagen oder Sportgeräte außerhalb des Fahrzeuges überwacht werden können. Das Unternehmen verfügt über ein europaweites Servicenetzwerk.“

Fazit

Der Besuch der CMT 2020 in Stuttgart war aufgrund der Vielzahl von Ausstellern und Informationen im Bereich der Campingfahrzeuge, des Zubehörs sowie auch der wechselnden Sonderthemen der Urlaubsmessen sehr lohnenswert. Im Bereich der Sicherheitstechnik gibt es einige Spezialanbieter mit interessanten Lösungen. Offensichtlich wird der Einbruch- und Diebstahlschutz im mobilen Bereich wohl auch erstmal eine Angelegenheit von Nachrüstern bleiben …

Herzlich willkommen!

„Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht.“ – Joachim Ringelnatz

Hallo, mein Name ist Ralf Margout. Nach meinem Studium der Betriebswirtschaft war ich viele Jahre mit einem Fachgeschäft für Sicherheitstechnik selbstständig und danach als Leiter eines Fachverbandes für europäische Sicherheitsfachgeschäfte beschäftigt. Derzeit arbeite ich im redaktionellem Bereich der Sicherheitsbranche und bin dort beratend tätig.

Dieser Blog soll dazu beitragen, sich einen neutralen Überblick rund um die Sicherheitstechnik zu verschaffen und vor allem Verbraucher informieren und Tipps geben. Ferner werde ich über aktuelle Entwicklungen und Neuigkeiten in der Sicherheitstechnik berichten. Dazu besuche ich u.a. Fachmessen und Veranstaltungen der Sicherheitsbranche.

Auf meinem YouTube Kanal www.einbruchsicher.tv werden dazu auch Videobeiträge entstehen. Ich freue mich über einen Austausch unter info@einbruchsicher.tv oder über die Kommentarfunktion bei den Blog-Artikeln.

Sicherheitsfachgeschäfte, welche diesen Blog kostenlos auf ihrer Homepage einbinden möchten, bitte ich um Kontakt.