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Sicher durch die dunkle Jahreszeit!

Bereits zum 10. Mal findet zur Zeitumstellung von der Sommer- auf die Winterzeit unter dem Slogan „Eine Stunde mehr für mehr Sicherheit“ der Tag des Einbruchschutzes statt. In diesem Jahr fällt der bundesweite Aktionstag auf den 31. Oktober. Passend zum Beginn der „dunklen Jahreszeit“ sollen die Bürgerinnen und Bürger für die Problematik der Haus- und Wohnungseinbrüche sensibilisiert werden.

Neue K-EINBRUCH-LEVEL

Wer sein Haus oder seine Wohnung einbruchsicher machen will, steht vor der oft schwierigen Entscheidung, in welche Maßnahmen überhaupt investiert werden sollte. Welche Lösung bietet einen optimalen Schutz? Und was empfiehlt die Polizei? Das neue K-EINBRUCH-Level, entwickelt innerhalb der Einbruchschutzkampagne K-EINBRUCH, visualisiert die polizeiliche Empfehlungspraxis und bietet dadurch Orientierung.

Die Skala des neuen Levels reicht von A+ (optimaler Schutz) über B (ausreichender Schutz) bis C (unzureichender Schutz). Die Einteilung erfolgt in drei Hauptklassen Mechanischer Schutz (A/B/C) und 3 Zusatzklassen (A+/B+/C+). Plus steht dabei für elektronische Überwachung „Mit unserem neu entwickelten K-EINBRUCH-Level sehen Bürgerinnen und Bürger auf einen Blick, wie wirksam eine bestimmte Sicherheitslösung ist und können sich dann für ein Produkt entsprechend ihrem persönlichen Sicherheitsbedürfnis entscheiden“, sagt Kriminaloberrat Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention und Initiator der Kampagne K-EINBRUCH.

Mechanische Absicherung steht an erster Stelle

Mechanische Sicherungen, die sinnvoll auf aufeinander abgestimmt sind, sind eine wesentliche Voraussetzung für einen wirksamen Einbruchschutz. Sie können dem Täter einen bestimmten Widerstand entgegensetzen und einen Einbruch unter Umständen verhindern. Für eine wirksame mechanische Absicherung empfiehlt die Polizei geprüfte und zertifizierte Produkte ab dem K-EINBRUCH-Level B. Dies steht für geprüfte Nachrüstsicherungen (aufgeschraubt/verdeckt) sowie Komplettelemente nach RC 2. Diese Maßnahmen werden in der Regel auch von der KfW gefördert. Ein Premium-Einbruchschutz wird mit Produkten des K-EINBRUCH-Levels A erreicht, das für Komplettelemente der Widerstandsklasse RC 3 steht.

Die einzelnen Level sollten durch Elektronik (Plus) ergänzt werden. Zusätzlich eingebaute Einbruchmeldeanlagen (EMA) bieten einen besonderen Schutz, da durch ihre Meldewirkung das Risiko für den Einbrecher, entdeckt zu werden, wesentlich erhöht wird. Am besten ist es also, die mechanische Sicherungstechnik mit der elektronischen Überwachung sinnvoll zu kombinieren. Das K-EINBRUCH-Level B+ kennzeichnet diese von der Polizei empfohlene Kombination von Mechanik mit einer Gefahrenwarnanlage mit Einbruchmeldefunktion bzw. der Klasse VdS Home. Für einen Premium-Einbruchschutz steht das K-EINBRUCH-Level A+ mit einer EMA ab Grad 2 bzw. der VdS Klasse A. Grundsätzlich sollte die EMA so erweitert werden, dass auch ein Überfallalarm ausgelöst werden kann.

Unzureichenden Schutz erkennen

Handelsübliche Fenster und Türen sowie einfache Maßnahmen wie beispielsweise abschließbare Fenstergriffe oder lediglich eine Anwesenheitssimulation bieten nur einen unzureichenden Einbruchschutz. Sie werden deshalb mit dem K-EINBRUCH-Level C klassifiziert. Auf einen mechanischen Schutz zu verzichten und damit lediglich auf Alarmtechnik mit oder ohne Zertifizierung zu setzen, schützt Haus oder Wohnung ebenfalls nur unzureichend und steht daher der polizeilichen Empfehlung entgegen. Solche Maßnahmen werden entsprechend dem K-EINBRUCH-Level mit C+ gekennzeichnet.

Mit der Einführung des neuen Levels wollen die Polizei und ihre Partner neben der Visualisierung der gängigen Empfehlungspraxis der Polizei ein bundesweites Branchenlevel der Polizei einführen, das eine Einordnung aller aktuellen Normen erlaubt sowie Transparenz und Orientierung für alle Marktteilnehmer wie beispielsweise Errichter, Versicherungen und Endverbraucher bietet. Langfristig soll damit eine Aufwertung der Kategorie und des Themas Sicherheit erreicht werden.

Quelle und weitere Informationen: www.k-einbruch.de 

LKA Herstellerverzeichnisse neu aufgelegt

Die neu aufgelegten Herstellerverzeichnisse über geprüfte und zertifizierte einbruchhemmende Produkte (Stand Juli 2021) des bayerischen Landeskriminalamtes sind online auf der Webseite der Polizei Bayern abrufbar. Das LKA Bayern weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass diese Listen auch im Hinblick auf die energetische Sanierung von Häusern und die finanzielle Unterstützung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) interessant sind. Denn beim Austausch von Fenstern und Türen sollte neben dem Wärmeschutz immer auch der Einbruchschutz berücksichtigt werden. Eine aktuelle Übersicht zu den Fördermöglichkeiten zum Einbruchschutz gibt es bei den Infoblättern.

Tipp:

Bei einer Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle und vom Sicherheitsfachgeschäft vor Ort beraten lassen! Schon einfache Maßnahmen können den Einbruchschutz erheblich erhöhen. So kommt man sicher durch die dunkle Jahreszeit!

Ralf Margout

Da ich von Kind auf in der Branche aufgewachsen bin, prägen Schlüssel, Schlösser und Sicherheitstechnik seit dem mein Leben. Nach meinem BWL-Studium war ich 15 Jahre erfolgreich mit einem Fachgeschäft für Sicherheitstechnik selbstständig. Dann entschied ich mich für einen Wechsel und war 7 Jahre Geschäftsführer bei interkey, dem Fachverband Europäischer Sicherheits- und Schlüsselfachgeschäfte. Inzwischen bin ich über 35 Jahre in der Sicherheitsbranche unterwegs und habe dabei in vielen Fachgremien mitgearbeitet. Aktuell bin ich beratend im redaktionellem Bereich der Sicherheitstechnik tätig.

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